Apple’s Safari für Windows
Mit iTunes 8 ist Apple “so frech” Windowsbenutzern Safari als den schnellsten und besten Webbrowser überhaupt anzubieten. Also habe ich mich entschlossen Safari für Windows mal zu testen. Nicht da ich wirklich glaube eine bessere Interneterfahrung zu bekommen, sondern da ich es Leid bin nicht nachvollziehen zu können wenn meine Kunden sagen “aber auf meinem Mac sieht die Webseite ganz anders aus”.
Wie dem auch sei, wollen wir mal loslegen: ich besuche www.apple.com/de/safari und informiere mich über die versprochenen Vorteile von Safari für Windows XP.
Hohe Leistung: Safari, wird mir versprochen, ist deutlich scheller als Firefox 2, Internet Explorer 7 und Opera 9. Dies wird durch ein Punktesystem belegt: Firefox 2 erhält 3,62 Punkte, Internet Explorer 7 erhält 4,00 Punkte und Opera 9 erhält 5,95 Punkte. Anscheinend ist die niedrigste Punktezahl (Safari 3.1 mit 2,09 Punkten) das beste Ergebnis.
Attraktive Benutzeroberfläche: Zitat:
Safari ist so übersichtlich, dass Sie sich voll und ganz auf die Web-Inhalte anstatt auf den Umgang mit Ihrem Browser konzentrieren können.
Klingt gut. Daneben wird ein Screenshot mit einem viertel der Browserfensters angezeigt. Also warte ich bis nach der Installation um mir selbst ein Bild machen zu können.
Dann eine Reihe weiterer Features die alle modernen Webbrowser heute zumindest in ähnlicher Form auch anbieten: Blockieren von Werbung, Eingebundene Suche, Surfen mit Tabs, SnapBack, automatisches Füllen von Formularen, Integriertes RSS, Privates Surfen und Sicherheit.
Neu ist mir persönlich die Funktion “Textfelder mit Größenänderung”. Es heißt, Safari ermögliche es, die Größe von Textfeldern auf jeder Website anzupassen. Das finde ich eine gute Idee, da es in der Tat einige Webseiten gibt, bei denen die Textfelder recht klein sind, und nur manche Seiten die Möglichkeit zur Größenänderung selbts anbieten.
Interessant ist auch noch der Punkt “Grafiken und Schriften”. Hier werden Graphiken optimiert und Schriften geglättet. Dies ist eine der Funktionen die Internet Explorer seit Version 7 leistet und für mich der Hauptgrund ist, warum Internet Explorer 7 deutlich “ansehnlicher” ist, als Firefox.
Also laden wir mal Safari 3.1 herunter. Der Installer ist verhältnismäßig groß: 18,60 MB. Im Vergleich dazu Firefox mit 6,99 MB, Opera mit 8,64 MB und Internet Explorer mit 14,00 MB. Und hier ist mit Sicherheit die niedrigste Zahl das Beste Ergebnis. Zum Ausgleich ist der Download bei weitem am schnellsten abgeschlossen. Vielleicht sollte Apple als nächstes im Serverbereich aktiv werden :-).
Nun zur Installation. Ein Installer führt mich durch die Installation. Die üblichen Lizenzbedingungen werden angezeit. Mein Lieblingsteil ist immer:
DIE APPLE SOFTWARE DARF NICHT VERWENDET WERDEN BEIM ODER IM ZUSAMMENHANG MIT DEM BETRIEB VON KERNKRAFTANLAGEN, FLUGZEUGEN, KOMMUNIKATIONSSYSTEMEN, BEI DER FLUGÜBERWACHUNG, MIT LEBENSERHALTENDEN GERÄTEN ODER ANDEREN MASCHINEN; IN DERARTIGEN FÄLLEN KANN EIN FEHLER IN DER APPLE SOFTWARE ZU TODESFÄLLEN, KÖRPERVERLETZUNGEN ODER SCHWERWIEGENDEN SACH- UND UMWELTSCHÄDEN FÜHREN.
Wie immer gefällt mir die Einwilligung zu Verwendung meiner Daten nicht, aber was will man machen?
4. Einwilligung zur Verwendung von Daten. Sie erklären Ihr Einverständnis damit, dass Apple und seine Tochtergesellschaften technische und zugehörige Informationen, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf, technische Informationen über Ihren Computer, Ihre Systemsoftware und Softwareprogramme sowie Ihre Peripheriegeräte sammeln und verwenden dürfen, sofern diese für die Apple Software relevant sind. Diese Informationen werden regelmäßig gesammelt, um die Bereitstellung von Software-Aktualisierungen, Produkt-Support und anderen Diensten für Sie (sofern vorhanden) zu vereinfachen und um die Einhaltung der Bestimmungen dieses Lizenzvertrags zu überprüfen. Apple ist berechtigt, diese Informationen zu verwenden, um unsere Produkte zu verbessern oder Ihnen Dienste und Technologien zur Verfügung zu stellen, vorausgesetzt, diese Informationen werden in einer Form verwendet, die keinerlei Rückschlüsse auf Ihre Person zulässt.
Als nächstes sollen zusätzlich “Bonjour für Windows” und “Apple Software Update” installiert werden. Ich entferne die entsprechenden Komponenten, da ich nicht noch mehr Dienste will, die unnötiger Weise im Hintergrund laufen und meinen Rechner langsamer machen. Ein Gedanke geht mir durch den Kopf: “lustig, dass gerade die, die immer Behaupten, das Windows so langsam sei, so sehr dazu beitragen”. Wer mal iTunes installiert hat und anschließend seinen Task Manager aufgerufen hat, weiß wovon ich rede.
Ich klicke “Installieren”. Und warte. Dann “Fertigstellen” und warten, daß Safai startet. Safari will Default Browser werden – natürlich klicke ich “nein”.
Als erstes lande ich auf der Adresse http://www.apple.com/de/hotnews/ und schnell wird mal wieder klar, warum das Herstellen von Webbrosers so interessant ist: jede Menge Werbung und ein Button direkt zum “Store”.
Dann besuche ich einige mir bekannte Webseiten. Beim eintippen der URLs stelle ich fest, daß Safari weiß “wo ich schon war”. Hmm. Habe ich einem Import von Daten aus dem Internet Explorer zugestimmt?
Die Optik und Farben des Webbrowsers sind Apple Typisch und erinnern stark an iTunes. Was schöner ist, ist wohl Geschmackssache.
Das Browsen bei Sarafi ist intuitiv und schnell. Langsame Webseiten wie z.B. uk.rottentomatoes.com sind auch auf Safai nicht schnell. Wie auch, was der Webserver nicht hergibt, gibt er halt nicht her. Allerdings ist der Seitenaufbau gut gemacht. Ähnlich wie bei Firefox werden schon geladenen Inhalte gleich angezeigt und z.B. noch nicht übertragenen Bilder nachgeladen, sodass man schon mal anfangen kann zu lesen. Rein subjektiv ist Safari beim “parallel-browsen” in der Tat etwas schneller.
Die Feature “Grafiken und Schriften” funktiniert meiner Ansicht nach nicht. Insbesondere die Schriften sind sehr “verwaschen”. Hier der dazugehörige Screenshot aus Safari:
(hoffentlich sieht das was Sie hier lesen nicht schlechter aus als der Screenshot. Falls ja, währe meine Empfehlung den Browser zu wechseln :-)
Nun ein Blick auf die Ressourcen. Meinen Blog schreibe ich in Firefox weiter, dann starte ich Safari und Internet Explorer 7. In beiden rufe ich www.hagl-it-beratung.de auf. Internet Explorer braucht 34 MB Speicher, Safari 49 MB. Nun browse ich parallel auf beiden zu den gleichen Webseiten: google.de (suche nach “rotten tomatoes”) –> uk.rottentomatoes.com. Ich browse einige Minuten weiter.
Mittlerweile verbraucht Internet Explorer 7 gute 65 MB und Safari über 100MB Arbeitsspeicher. Die Virtuelle Speicherauslastung ist allerdings genau andersherum verteilt: Internet Explorer 7 mit 221 MB und Safari mit 190MB Virtuellem Speicher. (Daten von Sysinternals Process Explorer v11.21)
Wesentlich interessanter sind die CPU Zeiten: 4 Minuten und 16 Sekunden für Safari, lediglich 50 Sekunden für Internet Explorer 7. Das ist doch ein erheblicher Unterschied.
Mein Fazit: Safari 3.1.2 für Windows XP ist ein gut gelungener Webbrowser im “Apple Look”. Die Darstellung von Schriften könnte deutlich besser sein und Safari ist Ressourcen Intensiv, vor allem sehr “CPU hungrig”. Dafür ist der Browser aber auch geringfügig schneller als Internet Explorer 7. Wer Apple Design und Produkte mag und einen schnellen Rechner hat, der ist mit Safari gut bedient.
Ach ja, und wer hofft er können die Probleme seiner Kunden die Safari auf Mac benutzen nachvollziehen, der hofft vergebens. Denn mit Safari für Windows XP lassen sich die Anzeigefehler des Mac nicht nachstellen.
